Zweisprachiger Gottesdienst 14.10.2012

Der Dankbarer SamariterPredigt zu Lukas, 17, 11-19

Auf der Reise nach Jerusalem zog er mitten durch Samaria und Galiläa.
Als er in ein Dorf ging, kamen ihm zehn aussätzige Männer entgegen.
Sie blieben von fern stehen  und riefen mit erhobener Stimme: „Jesus, Meister, erbarme dich unser!“
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: „Geht hin, zeigt euch den Priestern!„
Während sie hingingen, wurden sie rein.
Doch einer von ihnen kam, als er sah, dass er geheilt war, zurück und lobte Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor ihm auf sein Angesicht nieder und dankte ihm. – Und das war ein Samariter.
Da sagte Jesus: „Sind nicht zehn rein geworden?
Wo sind denn die neun anderen?
Hat sich sonst keiner gefunden, der zurückkommt und Gott die Ehre gibt, als nur dieser Fremde?“
Und er sagte zu ihm: „Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gesund gemacht.“
Versetzen wir uns mal in die Lage des Samariters. Er war krank, unheilbar krank.  Zuerst sah er weiße Flecken an seinen Fußspitzen. Irgendwann wurde es immer schlimmer und er wusste, das bedeutet sein Ende. Er hatte Aussatz, eine furchtbare Krankheit!  Nach dem Gesetz Moses „ein Aussätziger, der dieses Übel an sich hat, soll in zerrissenen Kleidern einhergehen und sein Haupthaar aufgelöst tragen. Er soll seinen Bart verhüllen und „Unrein! Unrein!“ ausrufen. Er bleibt unrein, solange er das Leiden hat. Weil er unrein ist, soll er abgesondert wohnen; außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten“ (Levitikus 13,45-46 Übersetzung Volksbibel) Das bedeutete kein Leben, keine Freude, – niemand außer gleichen Aussätzigen.
Unser Samariter zog zusammen mit den neun anderen Aussätzigen   ziemlich ziellos durch die Gegend. Eines Tages sahen sie eine große Menschenmenge. Sie blieben stehen und wollten „unrein“ schreien. Doch sie merkten,  dass da ein besonderer Mensch kam. Sie erkannten Jesus und schrien alle: „Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!“ Jesus antwortete nur: „Geht hin und zeigt euch den Priestern!“ Was sollte das? Zu den Priestern geht man doch nur wenn man gesund ist und sie an einem feststellen sollten, dass es auch wirklich stimmte. Und sie waren doch nicht gesund. Trotzdem machten sie sich auf den Weg.
 Zehn Männer waren sie damals. Der Samariter war der einzige Ausländer. Gar nicht weit gekommen, bemerkten sie plötzlich, dass die Flecken verschwanden. Sie wurden tatsächlich geheilt. Alle zehn waren wieder gesund. Der Samariter war so rasch umgekehrt, dass er gar nicht merkte, dass die anderen nicht mit ihm kamen. Er wollte unbedingt zu Jesus. War Jesus noch da? Sein Herz schlug immer schneller und er rannte so schnell seine Füße ihn trugen. Ja, Jesus stand noch dort. Er muss wohl gewartet haben. Der Samariter konnte gerade vor Ihm stoppen, fiel vor Ihm auf die Knie und sagte Ihm danke. Er fühlte sich so richtig glücklich. Jesus hatte ihm ein neues Leben geschenkt.
Da sagte Jesus: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind denn die neun anderen?“ (Lk. 17,17)
Wo sind die neun, fragte Jesus damals vor 2000 Jahren? Wo sind die vielen tausenden, die ich geheilt habe –  so fragt Er heute, wenn er in unsere Kirche blickt. Haben nur 50 Menschen in Walldürn Grund zum danke sagen?
Ich spüre die Traurigkeit in Jesu Worten damals wie heute! Wo sind die neun? Haben nicht alle 10 Heilung erlebt?
Fragen wir sie selbst.
1. „Ich bin von Natur nicht undankbar; aber ich wollte erst meiner Familie  zeigen, dass ich gesund war, danach wollte ich danken — doch Jesus war weitergegangen…“
2. „Gewiss wollte ich Jesus danken, aber doch nicht zugleich mit jenem Samariter, denn ich bin gläubiger Israelit! Ehe ich jedoch einen Boten fand, war Jesus weitergewandert…“
3. „Nicht nur mit leeren Worten danken wollte ich, sondern mit einem Geschenk, aber als armer Mann fand ich nichts Passendes…“
4. „Grundsätzlich hatte ich vor, Jesus zu danken. Als ich mich den Priestern zeigte, war ich geheilt, doch wusste ich nicht, ob das von Dauer war. Jetzt, wo ich es weiß, ist Jesus nicht mehr hier…“
5. Fast wäre ich mit dem Samariter umgekehrt, um Jesus zu danken. Aber dann hätte ich vor den vielen, die bei ihm waren, sagen müssen: Ich war aussätzig — du hast mich geheilt. Davor schämte ich mich und ging nicht zurück.
6. Eigentlich wollte ich Jesus danken – aber ich dachte, dass er für das viele Gute, das er den vielen tut, keinen Dank erwartet; da unterließ ich es auch…“
7. Ich bin sonst nicht undankbar – aber in der Vorfreude des Wiedersehens mit meinen geliebten Menschen habe ich es glatt vergessen; und als es mir wieder einfiel, war Jesus weitergezogen.. .“
8. Es gab viele Aussätzige; sicher war es mein anständiges Leben, das Jesus veranlasste, gerade mich zu heilen …“
9. „Wirklich, ich wollte ihm danken. Aber die meisten kehrten nicht um, und ich folge immer der Mehrheit…“
Neun Gründe zur Undankbarkeit, 9: 1, so das Verhältnis damals. 9: 1 das Verhältnis Undank – Dank in unseren Herzen?
(1.HERZ an Beamer)
Was ist die tiefste Ursache dafür?   Stolz.
(2.STOLZ  ins Herz schreiben)
Wer danke sagt, gibt zu dass er sich nicht selbst den Erfolg zuzuschreiben hat. Wir wollen alle unabhängig sein. Unabhängig von Menschen und von Gott.
Auf Undank folgt Vergesslichkeit:
(3.VERGESSLICHKEIT unter Herz schreiben)
Wenn wir unseren Dank nicht gleich aussprechen, dann vergessen wir es schnell.
Noch ein Grund- Gleichgültigkeit.
(4.GLEICHGÜLTIGKEIT unter Herz schreiben)
Worum drehen sich unsere Gespräche mit unseren Freunden und Bekannten? Herrscht da auch das Verhältnis 9: 1? Auf 9 negative Themen kommt ein positives, aufbauendes. Radio und Fernsehen überschütten uns mit Negativem. Wir finden uns damit ab, dass wir an dieser gottlosen Welt nichts ändern können.
Nächster Grund -Unzufriedenheit:
(5.UNZUFRIEDENHEIT unter Herz schreiben)
Die spüre ich schon bei Kindern der Grundschule. Der hat Feinliner, ich nur normale Stifte. Der hat schönere Jeans als ich. Die anderen haben es immer besser als ich. Egal wer den Vergleich anstellt. Das Ergebnis ist immer negativ.
Der Weg der Dankbarkeit
(6.DANKBARKEIT über Herz schreiben) ist unbequemer. Der Samariter kehrte zu Jesus um und fiel vor ihm nieder. Der Grund war seine Dankbarkeit gegenüber Jesus. Dankbarkeit ist selten eine Angelegenheit der Privatsphäre. Sie geschieht im Bekenntnis vor anderen und mit anderen.
Dankbarkeit führt in die Abhängigkeit.
(7.ABHÄNGIGKEIT über Herz schreiben)
Zu welcher wir geschaffen sind. Nur ein Leben welches ganz an Gott hängt führt zu seinem eigentlichen Ziel. Aus dieser Abhängigkeit von Gott folgt die Hingabe unseres Lebens.
(8. LEBENSHINGABE über Herz schreiben)
Der Samariter fiel Jesus vor die Füße, in unserer Zeit ausgedrückt: Er gab Jesus sein Leben ganz. 
Er vollzog einen Herrschaftswechsel. Nicht mehr sein Stolz, sondern Jesus regierte ihn.
(9. Kreuz ins Herz) 
Das gilt auch für uns. Aus dieser Dankbarkeit folgt Rettung.
(10. RETTUNG über Herz schreiben)
Im Griechischen sagt Jesus: Dein Glaube hat dich gerettet. An unserer Dankbarkeit gegenüber Jesus hängt unser Heil, unser ewiges Leben. Bei dem dankbaren Samariter ging die Heilung unter die Haut. Mit seinem Dank brachte er Jesus sein Leben zurück. Damit war er nicht nur geheilt, sondern auch gerettet. Jesus wartet auf den Dank unseres Lebens.

 

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